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Check-Up IDD – Wo Makler stolpern?

Vor knapp zwei Monaten ist die IDD in Kraft getreten. Grund genug für einen Check-Up: Waren die Vermittler ausreichend vorbereitet? Welche Auswirkungen zeigen sich bisher in der Praxis? Wo befinden sich Stolpersteine für Vermittler? Wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter?

Die IDD kam nicht überraschend und dennoch besteht bei vielen Maklern Handlungsbedarf. Einige Fragen sind ungeklärt. In Schwierigkeiten sind vor allem diejenigen geraten, die die Herausforderung unterschätzt oder auf eine Verschiebung spekuliert haben. So ist es nicht verwunderlich, dass noch nicht alle Marktteilnehmer IDD-ready sind. „In Gesprächen mit Maklern spüren wir immer noch Unsicherheit zu den seit dem 23. Februar geltenden Anforderungen. Auch die anhaltend hohe Teilnehmerzahl unserer IDD-Seminare ist ein Zeichen dafür“, so Volker Britt, Geschäftsführer der HonorarKonzept.

Stolperstein Weiterbildungspflicht

Gerade in Sachen Weiterbildungspflicht besteht Optimierungsbedarf. Die Vermittler werden zu 15 Stunden jährlich verpflichtet und können diese auch bei HonorarKonzept mit einem erfolgreichen Abschluss der erforderlichen und so genannten Lernerfolgskontrolle erwerben. In der Breite, besonders bei Quereinsteigern oder weniger spezialisierten Mitarbeitern, wird das sicher zu einer Qualitätsverbesserung führen. Volker Britt, der selbst an der Deutschen Makler Akademie lehrt, gibt aber zu bedenken: „Makler mit bereits überdurchschnittlichem Versicherungsknowhow werden davon kaum profitieren. Für sie wird die derzeit vorliegende Orientierung innerhalb eines Verordnungsentwurfs am engen Lernkorsett der Sachkundeprüfung zu höheren Weiterbildungskosten ohne nennenswerte Vorteile führen. Hier sollten die Weiterbildungsthemen innerhalb der dann finalen Verordnung erweitert werden.“

Stolperstein Geeignetheitsprüfung

Größere IDD-Fragezeichen kommen aber aus der täglichen Praxis. Ein perfektes Beispiel hierfür ist die Frage nach der regelmäßigen Eignungsbeurteilung bei Versicherungsanlageprodukten. Die sehnsüchtig erwartete Versicherungsvermittlungsverordnung fehlt und so sind die notwendigen Details noch nicht geregelt. Muss ich mich bei einem Produkt, das eine Laufzeit von 30 Jahren hat, mindestens 30 Mal mit meinem Kunden zusammensetzen? Welchen Umfang muss die laufende Prüfung besitzen? Oder ist die laufende Geeignetheitsprüfung keine Pflicht und ich kann sie nur anbieten? Genügt es, die Prüfung intern durchzuführen und dem Kunden das Ergebnis mitzuteilen? Britt weiß: „Die Antworten am Markt hierauf sind vielfältig und reichen von ‚Die Ausnahme ist die Regel‘ bis zu ‚Es gibt keine Ausnahme von der Regel‘. Das sollte der Gesetzgeber dringend konkretisieren.“

Stolperstein Interessenskonfliktvermeidung

Auch beim Thema Interessenskonfliktvermeidung herrscht mancher Orts Ratlosigkeit. Warum zeigt allein die vorgeschriebene Offenlegungspflicht. Hierbei müssen Vermittler eine genaue Beschreibung etwaig bestehender Interessenkonflikte vornehmen. Der Kunde muss dabei über die Art und Ursache des Interessenkonflikts, seine damit einhergehenden Risiken und die seitens des Beraters getroffenen Maßnahmen aufgeklärt werden. Mehr noch: Der Berater muss am Ende einen deutlichen Hinweis abgeben, dass die festgelegten Maßnahmen und Verfahren zur Vermeidung bzw. zum Umgang mit dem Interessenkonflikt nicht ausreichen, das Risiko einer Schädigung der Kundeninteressen abzuwenden. „Auch deshalb empfehlen wir Maklern den Einstieg in die Honorarberatung, denn hier sind Anreize per se ausgeschlossen“, sagt Britt.

Stolperstein Randthemen

Neben den oft in der Presse behandelten IDD-Anforderungen gehören aber auch Randthemen zum must have. Die Einrichtung eines Beschwerdemanagements ist beispielsweise für Vermittler ebenfalls seit Ende Februar Pflicht – auch für diejenigen, die das bisher nicht mitbekommen haben.

Einen umfassenden und lückenlosen Anforderungskatalog zu allen IDD-Themen bietet in diesem Zusammenhang das IDD-Handbuch, das HonorarKonzept seit Kurzem seinen Partnern kostenfrei zur Verfügung stellt. Es ist praxisbezogen und wird laufend aktualisiert. „Die vollständige Umsetzung der IDD wird sich noch über das gesamte Jahr 2018 hinziehen. Finanzberater sind gezwungen, die Entwicklung weiter eng zu verfolgen. Wer erst jetzt anfängt und nicht alles beachtet, ist deutlich im Nachteil und geht echte Risiken ein“, resümiert Britt.

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