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IDD-Umsetzung: Wo stehen Sie?

Vor drei Monaten ist die IDD in Kraft getreten. Immer noch bestehen offene Fragen und noch nicht alle Vermittler scheinen IDD-ready zu sein. Die Gründe sind vielfältig.

Einerseits wartet der Markt auf die finalen Verordnungen, die wichtige Details regeln. Und so haben einige Vermittler auch auf eine Verschiebung des Umsetzungstermins gehofft und manche Themen etwas stiefmütterlich behandelt. Unabhängig davon gab bzw. gibt es sicherlich auch einige, die nach dem Motto „Mut zur Lücke“ leben. Andere hingegen haben den Überblick verloren und agieren im Tagesgeschäft unbewusst nicht rechtskonform. Nicht zuletzt spielen aber auch zeitliche Aspekte eine Rolle. Die Vielzahl regulatorischer Herausforderungen ist für manche so groß, dass sie parallel zum Brötchen verdienen, einfach überfordert sind.

Bei welchen IDD-Themen Vermittler deswegen immer noch (ver)zweifeln, skizzieren wir Ihnen kurz.

Weiterbildungspflicht

Gerade in Sachen Weiterbildungspflicht besteht Optimierungsbedarf. Die Vermittler werden zu 15 Stunden jährlich verpflichtet und können diese auch bei HonorarKonzept mit einem erfolgreichen Abschluss der erforderlichen und so genannten Lernerfolgskontrolle erwerben. In der Breite, besonders bei Quereinsteigern oder weniger spezialisierten Mitarbeitern, wird das sicher zu einer Qualitätsverbesserung führen. Makler mit bereits überdurchschnittlichem Versicherungsknowhow werden davon aber kaum profitieren. Für sie wird die derzeit vorliegende Orientierung innerhalb eines Verordnungsentwurfs am engen Lernkorsett der Sachkundeprüfung zu höheren Weiterbildungskosten ohne nennenswerte Vorteile führen. Hier sollten die Weiterbildungsthemen innerhalb der dann finalen Verordnung erweitert werden.

Geeignetheitsprüfung

Auch beim Thema Geeignetheit gibt es große Fragezeichen. Muss ich mich bei einem Produkt, das eine Laufzeit von 30 Jahren hat, mindestens 30 Mal mit meinem Kunden zusammensetzen? Welchen Umfang muss die laufende Prüfung besitzen? Oder ist die laufende Geeignetheitsprüfung keine Pflicht und ich kann sie nur anbieten? Genügt es, die Prüfung intern durchzuführen und dem Kunden das Ergebnis mitzuteilen? Die finale Verordnung klärt hoffentlich auf.

Interessenskonfliktvermeidung 

Beispiel Offenlegungspflicht: Hierbei müssen Vermittler eine genaue Beschreibung etwaig bestehender Interessenkonflikte vornehmen. Der Kunde muss dabei über die Art und Ursache des Interessenkonflikts, seine damit einhergehenden Risiken und die seitens des Beraters getroffenen Maßnahmen aufgeklärt werden. Mehr noch: Der Berater muss am Ende einen deutlichen Hinweis abgeben, dass die festgelegten Maßnahmen und Verfahren zur Vermeidung bzw. zum Umgang mit dem Interessenkonflikt nicht ausreichen, das Risiko einer Schädigung der Kundeninteressen abzuwenden. Übrigens: Bei einer Honorarberatung sind Anreize per se ausgeschlossen.

Randthemen

Neben den oft in der Presse behandelten IDD-Anforderungen gehören aber auch Randthemen zum must have. Die Einrichtung eines Beschwerdemanagements ist beispielsweise für Vermittler ebenfalls seit Ende Februar Pflicht – auch für diejenigen, die das bisher nicht mitbekommen haben.

Einen umfassenden und lückenlosen Anforderungskatalog zu allen IDD-Themen bietet in diesem Zusammenhang das IDD-Handbuch, das HonorarKonzept seinen Partnern kostenfrei zur Verfügung stellt.

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