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Zinsflaute: Fondspolicen sind gefragt, Kostenkontrolle auch

Die Deutschen trauen den Finanzmärkten nicht so recht. Deshalb passte die klassische Lebensversicherung mit jährlichen Zinsgarantien gut zu ihrem Sicherheitsempfinden. Seit nunmehr zweieinhalb Jahren liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank bei 0,0 Prozent. Die Niedrigzinsphase läuft freilich schon Jahre länger. Je schwerer es wird, die Zinsgarantien zu erwirtschaften, desto mehr Gedanken machen sich Versicherer und Kunden über Alternativen.

Um von den Chancen an den Wertpapiermärkten zu profitieren, lassen sich Verbraucher zunehmend wieder davon überzeugen, ihre Altersvorsorgebeiträge in eine Fondspolice zu investieren. Dabei sollten sie nicht vergessen, ihren Focus auf die Nettorendite zu richten. Neben der Rendite der Märkte darf man die Kosten des Produktes nicht vergessen. Diese Kosten haben es häufig in sich. So sehr, dass sie leicht einen Großteil des erwirtschafteten Wertzuwachses wieder auffressen. Für Verbraucher bedeutet das, dass sie bei Vertragsabschluss ganz besonders kritisch auf die anfallenden Kosten achten sollten. Berater und Makler sind also gefragt, ihre Kunden dafür zu sensibilisieren und sie umfassend aufzuklären. Die Marktentwicklung kann schließlich kein Verbraucher oder Fondsmanager beeinflussen. Sich für ein Produkt mit geringeren laufenden Kosten zu entscheiden, hat dagegen jeder selbst in der Hand.

Wie setzen sich die Kosten also zusammen? Grob gesagt gibt es zwei Faktoren: die Kosten des Versicherers und Fondskosten. Die Kosten des Versicherers sind neben den Vertriebskosten vor allem die Kosten für die Verwaltung des Produktes. Diese schmälern über die gesamte Vertragsdauer Monat für Monat das Ertragspotenzial des Kunden. Die kundenfreundliche Lösung für dieses Problem: Nettoprodukte, die keine Provisionen enthalten und sehr kosteneffizient in der Verwaltung der Police sind. Für den Makler sind sie übrigens auch vorteilhaft, weil die Vergütung über ein separates Honorar sie unabhängiger und flexibler macht. Außerdem entfällt die Stornohaftung.

Fondskosten, der zweite große Kostenpunkt, können sehr stark variieren. Aktives Management, menschliche Fondmanager also, die aktiv an der Optimierung der Zusammensetzung des Fonds arbeiten, werden für ihre Arbeit natürlich entlohnt. Bei jedem 4. Fonds sogar noch mit einer Erfolgsbeteiligung. Aus Perspektive der Anteilseigner, die für diesen Lohn aufkommen, sind das erhebliche Kosten. Wenn ein Manager die Zusammensetzung des Fonds verändern möchte, fallen für diese Transaktionen Gebühren an, die am Ende ebenfalls der Anteilseigner trägt. Wenn es gut läuft, werden diese Kosten durch bessere Performance wett gemacht. In der Praxis ist das aber nicht unbedingt der Fall.

Beide Faktoren, menschliche Arbeit und Transaktionsgebühren, lassen sich aber leicht vermeiden. Mit passiven Exchange Traded Funds (ETF) ist in den letzten Jahren eine Produktklasse entstanden, die ein breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten bietet. Konservativ, chancenorientiert, nachhaltig – für jeden Typ Anleger findet sich das richtige Produkt. Ein ETF bildet einfach einen Index nach. Ein aktives Management findet nicht statt, sodass diese Kosten entfallen. Die laufenden Kosten sind deutlich geringer als bei aktiven Fonds. Und jeder Cent, der nicht von Kosten verschluckt wird, hilft der Kapitalbildung und damit dem Kunden.

Wie sich die Märkte entwickeln, weiß niemand. In den letzten Jahren ist durch eine langanhaltende Phase guter Konjunktur Schwung in die Kurse gekommen. Aber auch der Abschwung wird irgendwann kommen. Grade bei Policen, die über Jahrzehnte laufen und in dieser Zeit allerlei Unwägbarkeiten ausgesetzt sind, ist es wichtig, die Kosten unter Kontrolle zu halten. Mit einer Kombination aus Nettopolice und ETF lassen sich die größten Kostentreiber begrenzen. Von dieser Option sollte jeder Verbraucher wissen.

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