Provisionsdeckel - Status Quo

Der vom Bundesfinanzministerium vorgelegte Referentenentwurf zum Provisionsdeckel bei Lebensversicherungen hat für allerhand Aufsehen gesorgt. Zwar zeigt die Erfahrung, dass es im Verlauf eines Gesetzgebungsverfahrens noch zu Änderungen kommen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Abschlussprovisionen aber weiter unter Druck geraten und dass es ggf. zu einem konkreten Provisionsdeckel kommt, ist mit dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums nun aber gestiegen.

Konkret sind in dem Entwurf folgende Dinge verankert:

  1. Abschlussprovisionen umfassen sämtliche Vergütungen an Versicherungsvermittler im Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss. Hierzu gehören auch verzögerte Zahlungen.

  2. Die Abschlussprovisionen sollen auf 2,5 Prozent begrenzt werden. Die Beitragssumme darf maximal 35 Jahre betragen.

  3. Erfüllt der Vermittler bei seiner Tätigkeit angemessene qualitative Kriterien, kann die Abschlussprovision auf bis zu 4 Prozent erhöht werden.

  4. Die Versicherungsgesellschaften sind angehalten, ein System zur Messung der qualitativen Kriterien je Vermittler einzurichten. Hierzu gehören:

    a. Anzahl der Beschwerden im Vergleich zu anderen Versicherungsvermittlern

    b. Anteil der stornierten Verträge an der Gesamtzahl der vom Vermittler vermittelten Lebensversicherungsverträge

    c. Umfang der Beanstandungen der Nichteinhaltung gesetzlicher Vorgaben

     
  5. Der Begriff „Abschlussprovision“ wird neu definiert. Nach dieser Definition dürfte die Vergütung bei Maklern – also die Maklercourtage – wohl auch die sogenannten Folgecourtagen während der Laufzeit eines Vertrages umfassen. Auch Bonuszahlen und gesponserte Events gehören dazu.

  6. Sonstige Vergütungen der Lebensversicherer an die Vermittler (zum Beispiel für Dienstleistungen) müssen das „arm´s length-Prinzip“ (mit Augenmaß) einhalten.

Gerade Versicherungsmakler sollten die aktuellen Entwicklungen zum Anlass nehmen und sich alternative Vergütungen suchen. Eine Alternative kann die Honorarberatung sein. Im letzten Jahr wurde bereits mit der IDD-Gesetzgebung und insbesondere für Versicherungsmakler der Einstieg in die Honorarberatung geebnet. Für ihre Vermittlungsleistung dürfen sie mit ihren Kunden ein Honorar individuell vereinbaren und auch Beratungsleistungen bei Gewerbekunden abrechnen.

Unser Tipp für Honorar-Interessierte: